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Ost- & Südosteuropa Newsletter | Dezember 2025

Liebe Leser*innen,

in der letzten Ausgabe dieses Jahres liegt der Fokus erneut auf der Ukraine. Der alltägliche Überlebenskampf der Ukrainer*innen sowie ihre Bemühungen, sich trotz Kriegsmüdigkeit durch Reformen eine europäische Zukunft zu erarbeiten, waren das zentrale Thema der 20. Jahreskonferenz „Kyjiwer Gespräche”.

Die Beiträge unserer Autor*innen über die Westbalkanstaaten zeigen, wie sehr ethnisch-nationale Spaltungen und unterschiedliche Erinnerungen an eine durch Kriege geprägte Vergangenheit den gesellschaftlichen Dialog erschweren – und das nicht nur in Bosnien und Herzegowina 30 Jahre nach Dayton. Es geht auch um die Rolle der EU und die deutsche Westbalkanpolitik.

Des Weiteren bieten wir Einblicke in die Widerstandsstrategien der Medien und der Zivilgesellschaft gegen den Autoritarismus im Südkaukasus.

Vor dem Jahreswechsel laden wir Sie herzlich ein zu unserer Podiumsdiskussion über die politischen und ökologischen Folgen des anhaltenden Exports fossiler Rohstoffe aus Russland sowie zu weiteren Veranstaltungen ein.

Ihr Ost- und Südosteuropa Team der Heinrich-Böll-Stiftung

 
 
Im Fokus
Zeichnung: Sieben stilisierte Personen, eine hält ein Haus mit Herzsymbol, eine einen Vogel, eine trägt Äpfel, alle vor grünem Hintergrund.
Analyse

Die Agenda für Frauen, Frieden und Sicherheit in der Ukraine zeigt unerwarteten Fortschritt
Ukrainische Frauen sind für die Verteidigung und Widerstandsfähigkeit ihres Landes unentbehrlich geworden. Sie haben den rechtlichen und institutionellen Rahmen für die Gleichstellung der Geschlechter umgestaltet und übernehmen zahlreiche Aufgaben, die zuvor überwiegend von Männern wahrgenommen wurden. Dennoch sind sie von der Entscheidungsfindung auf hoher Ebene strukturell ausgeschlossen.Von Mariia Kurinna Mehr

Analyse

Westbalkan: Feministische Friedensförderung erfordert andere Strukturen
In einer Zeit, die durch zunehmenden Autoritarismus, militarisierte Politik und Antigender-Bewegungen gekennzeichnet ist, stellt der Feministische Frieden auf dem Westlichen Balkan sowohl einen Akt des Widerstands als auch eine Neukonzeption von Sicherheit dar. Von Zorana Antonijević Mehr 

 
 
Veranstaltungen
Drei Szenen: links Schattenfigur vor Soldat*innen, Mitte Figur umarmt viele Gesichter, rechts Person fährt Lkw in Rauchwolken.

18. November – 16. Dezember 2025
Art for Freedom: Unseen Civilians
Ausstellung über die entführten und in russischen Haftanstalten eingesperrten ukrainischen Zivilist*innen

4. Dezember 2025, 19.30 – 21.00 Uhr, Düsseldorf 
Museum of Stolen Art. Identität – Unterdrückung – Widerstand
Wie die Ukraine ihre Kultur gegen Russlands Auslöschungsversuch verteidigt

4. Dezember 2025 15.00 – 16.30 Uhr 
Desinformation und externe Einmischung in Armeniens Politik
Online-Diskussion

8. Dezember 2025, 18.00 – 20.30 Uhr
Russlands ungebrochene(?) fossile Macht
Die politischen und ökologischen Folgen des fortwährenden Exports fossiler Rohstoffe
Podiumsdiskussion

15. Dezember 2025, 19.30 Uhr, Maxim-Gorki-Theater
Dekolonisierung Dayton | DON'T DREAM DREAMS
Szenische Lesung und Diskussion 

 
 
 
Aus der Region
Interview

Auf den Spuren ethnisch-nationaler Spaltungen
Das Dayton-Abkommen legte Bosnien und Herzegowina als Staat dreier konstituierender Völker fest und verknüpfte politische Teilhabe mit ethnischer Zugehörigkeit. Wie kam es zu dieser Realität? Welche Rolle und Verantwortung hatten internationale Akteure? Und welche Zukunftsperspektiven lassen sich aus der Vergangenheit ableiten?
Die hbs geht diesen Fragen in einer Interviewreihe nach. Hier mit Tahir Herenda, Autor der szenischen Lesung „Don't Dream Dreams”. Von Judith Brand Mehr (Englisch)

Kommentar

Erinnerung aufbauen: Kosovos gespaltene Erinnerungskultur
Kosovo befindet sich in einem schwierigen Wandel, in dem es darum geht, von einer gespaltenen Erinnerung an die Vergangenheit zu einem Dialog zu gelangen, der über vereinfachende Narrative hinausgeht. Von Serbeze Haxhiaj-Isufi Mehr

Foto: Eine Demonstration in Belgrad, Menschenmenge mit leuchtenden Handys, in der Mitte roter Herzballon.
Kommentar

Mobilisierung der Liebe: Eine neue Kultur des Widerstands in Serbien
Der Jahrestag der Tragödie von Novi Sad in Belgrad, bei der 16 Menschen ums Leben kamen, läutete eine neue Phase der studentischen und zivilgesellschaftlichen Proteste ein. Die „Mobilisierung der Liebe” ist die vorherrschende Metapher dieses Widerstands für soziale Veränderungen, Gerechtigkeit, die Zukunft und letztlich für Serbien selbst. Von Tatjana Rostić Mehr (Englisch)

Diskussionspapier

Von externer Stabilisierung zu demokratischer Resilienz: Deutschland und der Westbalkan
Die Western Balkans 6 Strategy Group warb bei politischen Entscheidungsträger*innen und Expert*innen für eine Neuausrichtung der deutschen Westbalkanpolitik – weg von reinem Stabilitätsmanagement, hin zu echter demokratischer Transformation. Vor dem Hintergrund des EU-Erweiterungspakets 2025 bot der Besuch die Gelegenheit, über ein strategischeres, wertebasiertes deutsches Engagement zu diskutieren. Mehr (Englisch)

Analyse

Der Kampf um Stabilität: Geopolitische Trends, Konnektivität und demokratische Widerstandsfähigkeit im Südkaukasus
Der Autor untersucht, ob konkurrierende Handelskorridore Stabilität fördern oder autoritäre Machtverhältnisse festigen können, und stellt eine zentrale Frage: Kann es im Südkaukasus ohne widerstandsfähige, demokratische Staaten als Kern eine dauerhafte Stabilität geben? Von Tinatin Khidasheli  Mehr (Englisch)

Foto: Protest in Georgien 2025 - Polizisten setzen während einer Massenkundgebung der Opposition Tränengas gegen Demonstranten ein
Analyse

Aserbaidschan und Georgien: Erfahrungen und externe Ressourcen für eine starke Zivilgesellschaft
Die Zivilgesellschaft in Aserbaidschan und Georgien steht unter starkem Druck durch autoritäre Restriktionen und rückläufige westliche Hilfe. Dadurch sind viele NGOs inaktiv geworden. Um ihre Widerstandsfähigkeit zu erhalten, müssen sie ihre organisatorische Vorgehensweise umgestalten und ihre Ressourcen überdenken. Von Najmin Kamilsoy Mehr

Hintergrund

Kann sich das Blatt noch wenden? Medien im Südkaukasus unter Druck
Unabhängige Medien im Südkaukasus sind Druck, Desinformation und Kürzungen der Finanzmittel ausgesetzt. Lesen Sie unseren aktuellen Bericht über die Herausforderungen – und die Widerstandsfähigkeit – der Medien in der Region. Von Arzu Geybulla, Lika Zakaschwili, Arsen Kharatyan Mehr

Migration

Die „alternative Diaspora“ – Wer kam mit der neuen Auswanderungswelle aus Aserbaidschan nach Berlin?
In Berlin bildet sich eine neue aserbaidschanische Diaspora. Im Gegensatz zu Migrant*innen früherer Generationen identifizieren sie sich weder mit traditionellen Diasporastrukturen, noch schließen sie sich bestehenden Dissidentenkreisen vollständig an. Sie definieren sich eher durch gemeinsame Werte als durch Nationalität. Von Mark Scheider Mehr

Foto: Das Parlamentsgebäude in Moldau
Analyse

Wahlen in Moldau: Wie groß ist der Einfluss Russlands auf die Wählerschaft?
Unter starken russischen Einflussversuchen auf eine zersplitterte politische Landschaft stand das Land vor einer Richtungswahl um die Fortsetzung seines europäischen Kurses. Von Paula Erizanu Mehr

 
 
Publikationen
Titelseite der Publikation „ThinkPeace #3“ (November 2025), mittig ovaler Titel: „Das gewaltsame Verschwindenlassen von Zivilist*innen im Krieg Russlands gegen die Ukraine“, unten links schwarzer Kreis mit „THINKPEACE #3“, rechts davon Stichpunkte zur Thematik, unten Logo der hbs.
ThinkPeace#3

Das gewaltsame Verschwindenlassen von Zivilist*innen im Krieg Russlands gegen die Ukraine
E-Paper, ThinkPeace #3

Gefangene ukrainische Zivilist*innen sind häufig Folter ausgesetzt, internationale Beobachtungsmissionen haben kaum Zugang. 

Zum Download
Illustration mit Karte Europas mit grün leuchtendem Bosnien, Hand hält Megafon; darüber zweisprachiger Titel: „Novi rudnici, stari konflikti (New mines, old conflicts)“.
Daten & Fakten

Neue Minen, alte Konflikte
Sozio-ökologische Mobilisierung in Bosnien und Herzegowina
Von Majda Ibraković, Vladimir Topić

Die englischsprachige Publikation untersucht, wie die neue Welle des Rohstoffabbaus – die durch die Nachfrage der EU nach wichtigen Mineralien für die grüne Wende entsteht – bestehende Ungleichheiten vertieft und dringende Fragen der Umweltgerechtigkeit aufwirft.

Zum Download
 
 
 
Video
Thumbnail: Illustration mit vier Figuren in Boot, rechts Schriftzug „20 Kyiv Dialogue“, oben Logo der Heinrich-Böll-Stiftung auf grünem Kreis.
20. Jahreskonferenz der Kyjiwer Gespräche

Resilienz und Reformen in der Ukraine in Kriegszeiten: Die Rolle der lokalen Selbstverwaltung
Vor dem Hintergrund der prekären Sicherheitslage wurde bei der diesjährigen Ausgabe der „Kyjiwer Gespräche” das Zusammenspiel der lokalen Ebene mit der Zivilgesellschaft sowie mit nationalen Institutionen und internationalen Partnern beleuchtet. Zu den Mitschnitten

Thumbnail: Buchcover mit Tanzgruppe auf rotem Teppich, daneben Text: „Buchvorstellung – Der Westbalkan im Wartezimmer der EU“, oben Logo der Heinrich-Böll-Stiftung.
Buchvorstellung

Der Westbalkan im Wartezimmer der EU
Zwei Jahrzehnte Hoffnung – und noch immer kein Einlass: Seit 2003 warten die Westbalkan-Staaten auf ihren EU-Beitritt. Der Prozess stockt. Doch mit dem Krieg in der Ukraine hat die EU-Erweiterung neue Dringlichkeit gewonnen. Welche Faktoren prägen heute die Perspektive auf Europa? Und wie sieht die Realität in den Ländern des Westbalkans selbst aus? Die drei Autor:innen des Buches gewähren differenzierte Einblicke. Zum Mitschnitt (Start ab 12:00 Min.)

Thumbnail: Podium mit fünf Personen vor pinker Wand, Aufschrift „Berlin Belarus Future Forum, 20 October 2025“, Publikum im Vordergrund.
Konferenz

Berlin-Belarus Zukunftsforum 2025
Wo steht die belarussische Demokratiebewegung heute und wie können Deutschland und Europa sie nachhaltig unterstützen? Über diese Fragen wurde mit führenden Vertreter*innen der belarussischen Demokratiebewegung sowie deutschen und europäischen Partner:innen diskutiert. Zum Mitschnitt (Englisch)

 

Abbildungen: Im Fokus: Palak Garg, Lizenz: CC-BY-NC-SA 4.0; Veranstaltungen: Yulia Tverirtina, Cristobal Schmal, Jenya Polosina (Pictoric), all rights reserved; Aus der Region: Iva Tanackovic, All rights reserved; IMAGO/SNA, alle Rechte vorbehalten; Robert Sperfeld, Lizenz: CC-BY-NC-ND 4.0; Dachoz, Lizenz: CC-BY-NC-SA 2.0; Publikationen: hbs, CC-BY-NC-ND 4.0; Aleksandar Sasa Skoric, CC-BY-NC-SA 2.0. Video: Oleksandra Korchevska-Tsekhosh, all rights reserved; Cover: Bundeszentrale für politische Bildung, alle Rechte vorbehalten; deutsch-belarussische gesellschaft e.V., alle Rechte vorbehalten.

Absenderin: Heinrich-Böll-Stiftung, Die grüne politische Stiftung, info@boell.de
Redaktion: Irina Ghulinyan-Gerz, V.i.S.d.P.: Annette Maennel

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