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Ost- & Südosteuropa Newsletter | Juni 2025

Liebe Leser*innen,

2025 markiert etliche Jahres- und Gedenktage. In diesem Sommer jährt sich der Genozid in Srebrenica zum 30. Mal – es war der erste Völkermord auf europäischem Boden nach dem Zweiten Weltkrieg. Wir erinnern und fragen: Welche Gedenkpolitik und Gedenkstättenarbeit ist in polarisierten Gesellschaften heut möglich, in Bosnien und Herzegowina und auch in Deutschland? Film, Diskussionen und Präsentationen am 29. & 30. Juni. 2025 ist auch der 110. Jahrestag des Völkermords an den Armenier*innen im Osmanischen Reich, dazu empfehlen wir einen Beitrag zur türkischen Erinnerungspolitik.

Unser Blick richtet sich weiter auf den Südkaukasus, ein rasanter autoritärer Vormarsch hat dort das Potenzial, die demokratische Zukunft der Region zu untergraben. Ebenso befassen wir uns mit den Auswirkungen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine. Zu eben diesen Schwerpunkten unserer Veranstaltungen laden wir Sie herzlich ein.

Geschichtsinteressierten, die unser 13. Europäisches Geschichtsforum zum Thema „Narrative zum Ende des Zweiten Weltkriegs” verpasst haben, bieten wir in der Dokumenation den Bericht und Mitschnitte.

Ihr Ost- und Südosteuropa Team der Heinrich-Böll-Stiftung

 
 
Veranstaltungen
Foto: Hand hält eine kleine Tasse mit blauem Rosenmuster, umgeben von vielen gestapelten Tassen mit verschiedenen Dekoren (Teil der ŠTO TE NEMA-Sammlung.
29. Juni, 19.00–21.00 Uhr
ŠTO TE NEMA ("Where Have You Been")
Srebrenica, 30 Jahre später – umkämpftes Erinnern
Film und Gespräch

30. Juni, 17.00–20.30 Uhr
Srebrenica, 30 Jahre später – Umkämpftes Erinnern
Podiumsdiskussion und künstlerische Präsentationen
 
02.–30. Juni
Bevor die Sonne aufgeht
Augenzeug*innenberichte queerer Menschen vom Krieg
 
09. Juli, 18:30–20.00 Uhr
Autoritärer Druck im Südkaukasus: Können sich demokratische Praktiken durchsetzen?
Podiumsdiskussion
 
 
Aus der Region
Foto: Edi Rama während des Wahlkampfes 2025
Analyse

Rama 4.0: Pro Europa – Pro Demokratie?
Die Hoffnung wird knapper in Albanien. Die Emigration setzt sich ununterbrochen fort. Aber den Wunsch, dass ihr Land endlich in Europa ankommt, das wollten sich die Albaner*innen bei den Parlamentswahlen am 11. Mai nicht nehmen lassen. Von Dr. Mehmet Gökhan Tuncer Mehr

Foto: EU auf der Tagung der Europäischen Politischen Gemeinschaft in Tirana, Albanien, am 16. Mai 2025
Kommentar
Ein Gipfel in Albanien, Schweigen über den Westbalkan
Während Europa versucht, sich neu zu definieren, dominiert die Ukraine, die internationalen Diskussionen auf dem Gipfel der Europäischen Politischen Gemeinschaft (EPZ) und das, obwohl die Veranstaltung zum ersten Mal in Albanien stattfand, einem Land des westlichen Balkans. Über die Region selbst wurde nur wenig gesprochen, und auch das nur am Rande der Medien. Englisch von Alba Çela Mehr
Foto: Zehn gezeichnete Porträts der Erzähler*innen mit unterschiedlichen Frisuren und Kleidungen in zwei Reihen auf buntem Hintergrund.
Berichte einer Ausstellung

Bevor die Sonne aufgeht: Augenzeug*innenberichte queerer Menschen vom Krieg in der Ukraine
Die Geschichten von 30 queeren Menschen handeln von Ängsten und Hoffnungen, die sie angesichts des russischen Angriffskriegs in der Ukraine erleben. Denn Russland führt auch einen besonderen ideologischen Kampf gegen sexuelle Minderheiten. Mehr

Mehr zum Thema im Mitschnitt der Veranstaltung „LGBTIQ+ in der Ukraine: Vielfalt und Widerstand im Krieg“.

Bericht

Feministische Zukunft: Frieden und Sicherheit in der Ukraine neu denken
Die anhaltende militärische Vollinvasion Russlands in der Ukraine erfordert neue Perspektiven auf Frieden und Sicherheit. Beim CSW69-NGO-Forum diskutierten Expertinnen einen ganzheitlichen feministischen Ansatz mit Fokus auf Verteidigung, Energie und Zivilgesellschaft. Von Anna Łysiak und Galyna Kotliuk Mehr (Deutsch, Englisch und Ukrainisch)

Foto: Kloster Ktuts, Van, Türkei
Analyse

Umgang mit dem Völkermord an den Armenier*innen: Erinnerungspolitik der Türkei
Cengiz Aktar analysiert kritisch die anhaltenden Auswirkungen der Leugnung des Völkermords an den Armenier*innen auf die Staatsbildung, die Sozialethik und die politische Kultur der Türkei. Mehr (Englisch)

Kommentar

David and Goliath: Small Political Parties in Armenia
Kleine Parteien in Armenien sind mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert, darunter begrenzte Ressourcen, eine schmale wirtschaftliche Basis, ungleicher Zugang zu den Medien, eine personalistische Parteitradition und Hindernisse für die politische Integration. Ein englischsprachiger Beitrag von Gor Madoyan. Mehr

Foto: Collage mit Windrädern, der georgischen Flagge und der EU Fahne
Analyse

Verantwortlich für den Wandel: Kann Georgien den Vorsitz im Ministerrat der Energiegemeinschaft übernehmen?
Wird diese Präsidentschaft Georgien von einem Teilnehmer zu einem echten Agenda-Gestalter machen, oder wird sie angesichts der innenpolitischen Herausforderungen und der aktuellen Spannungen mit der EU weitgehend symbolisch bleiben? Ein englischsprachiger Beitrag von Irakli Samkharadze. Mehr

 
 
Dossier
Foto:
Dossier

13. Europäisches Geschichtsforum
80 Jahre Narrative über das Ende des Zweiten Weltkrieges

Wie wird in Süd- und Osteuropa an das Schicksalsjahr 1945 erinnert? Kann dieser Jahrestag als Momentum für die Einigkeit des Kontinents fungieren? Oder führen die aktuellen geopolitischen Verwerfungen auch in der Erinnerungskultur zu neuen Gräben? Mehr im Mitschnitt und Konferenzbericht.

 
 
Pressemitteilung

Strategischer Status für serbisches Lithiumprojekt untergräbt Demokratie und Vertrauen in die EU
Die EU hat 13 neue strategische Rohstoffprojekte außerhalb Europas benannt – darunter das umstrittene Jadar-Lithiumprojekt in Serbien, das vor Ort auf massiven Widerstand stößt. Indem die EU dem Projekt strategische Bedeutung zuschreibt, ignoriert sie laut die Umweltbedenken von Kritiker*innen, Rechtsstaatsdefizite und die wachsende Demokratiekrise im Land. Mehr

 

Fotos: Veranstaltungen: Jose Antonio Sanchez Manzano © ŠTO TE NEMA, Inc., all rights reserved; Aus der Region: Malton Dibra, alle Rechte vorbehalten; European Union, Public Domain; Stasya Samar, Gay Alliance Ukraine,  alle Rechte vorbehalten; Armenian Geographic, alle Rechte vorbehalten; Mariam Naneishvili, alle Rechte vorbehalten; Dossier: Arinda Craciun, alle Rechte vorbehalten.

Absenderin: Heinrich-Böll-Stiftung, Die grüne politische Stiftung, info@boell.de
Redaktion: Irina Ghulinyan-Gerz, V.i.S.d.P.: Annette Maennel

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