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Ost- & Südosteuropa Newsletter | Februar 2025

Liebe Leser*innen,

in dieser Ausgabe fehlen uns leider gute Nachrichten: Zum dritten Jahrestag der russischen Vollinvasion in die Ukraine wurde der Aggressor belohnt durch eine US-Regierung, die sich in den UN erstmals gegen die klare Verurteilung dieses Verbrechens stellt. Wie unser Kyiwer Büroleiter beobachtet, erschöpfen tägliche Opfer und Zerstörung die Menschen in der Ukraine, doch geben sie die Hoffnung nicht auf, dass es zu einem gerechten Frieden kommen könnte.

Die bevorstehende Verleihung des Anne Klein-Frauenpreises am 7. März an drei belarusische Aktivistinnen ist zugleich eine Erinnerung an die Repressionen in Belarus. Unter Tausenden von politischen Gefangenen sind viele Frauen, die es gewagt haben, ihre Stimme gegen das Regime zu erheben. Eine von ihnen gewährt uns nach ihrer Entlassung erschreckende Einblicke in das System.

2025 wird der 80. Jahrestag des Kriegsendes in Europa begangen. Unser Europäisches Geschichtsforum im Mai bietet Raum zur kritischen Auseinandersetzung mit den Narrativen über 1945. Dazu laden wir Sie herzlich ein.

Ihr Ost- und Südosteuropa Team der Heinrich-Böll-Stiftung

 
 
Im Fokus
Foto: Wand der Erinnerung, St. Michaelskloster, Kyjiw
Analyse

Ukraine: Der Krieg ist zum perversen Alltag geworden
„Wir haben keine andere Möglichkeit, als Widerstand zu leisten“. Auch im nächsten Kriegsjahr halten viele Ukrainer*innen dies für die einzig mögliche Handlungsoption. Denn alles andere würde das Ende der Souveränität der Ukraine und der Freiheit der Menschen bedeuten. Von Johannes Voswinkel Mehr

Illustration: Eine stilisierte Person mit langen weißen Haaren, umgeben von Händen. Im Hintergrund Blau und Gelb. Text: „Ukraine: Durchhalten im vierten Kriegsjahr“. Logo der Heinrich-Böll-Stiftung.
Buchlesung & Diskussion

Ukraine: Durchhalten im vierten Kriegsjahr
Täglich erleidet die Ukraine zivile Opfer, die Menschen sind erschöpft. Die Lesung von „Briefen von Frauen aus der Ukraine an die freie Welt“ aus dem Buch „Wie ein Lichtstrahl in der Finsternis“ illustriert den Alltag ukrainischer Frauen und verdeutlicht die Zäsuren, die dieser Krieg für Millionen Menschen gebracht hat. Zum Mitschnitt: Deutsch | Ukrainisch

 
 
 
Veranstaltungen

05. März, 19.00–20.30
Dokumentation „Massaker im Kosovo 1998-99“ – ein Schritt zur Versöhnung?
Buchvorstellung und Diskussion


07. März, 19.00–23.59
Anne-Klein-Frauenpreis 2025 an Darya Afanasyeva, Irina Alkhovka und Julia Mickiewicz aus Belarus
Preisverleihung


11. März, 11.00–12.00
Dekolonisierung des Diskurses über Europas Osten
Paneldiskussion im Rahmen des Café Kyiv 2025

 

19.–20. Mai
1945–2025: 80 Jahre Geschichtsschreibung über das Ende des 2. Weltkriegs
13. Europäisches Geschichtsforum

 
 
Aus der Region
Foto: Schwarz-weiße Zeichnung aus dem Gefängnis, zwei uniformierte Personen mit Masken, die eine am Boden liegende Person an den Armen wegziehen.
Kommentar

„Eine gute Heimreise nach Belarus!“
Sich für diejenigen einzusetzen, die noch immer zu Unrecht im Gefängnis in Belarus sitzen, wird für viele Belarus*innen zum neuen Antrieb, auch im Ausland nicht aufzugeben. Es ist eine neue Welle der Emanzipation, die außerhalb der belarusischen Diaspora kaum wahrgenommen wird. Von Katja Rumiantseva Mehr

Interview

Belarus: Prekare Zustände nicht nur für politische Häftlinge
Über 2300 politische Gefangene haben in Belarus mittlerweile ihre Haftstrafe abgesessen. Nur wenige von ihnen trauen sich an die Öffentlichkeit - die, die es tun, liefern einen erschreckenden Blick in das belarusische Gefängnissystem. Alena Dziadziulia, Mutter von vier Kindern, ist eine von ihnen. Zum Gespräch mit ihr hier.

Foto: Panoramabild von Tirana
Analyse

Albanische Parlamentswahlen 2025: Das Alte raus, das Gleiche rein?
Im Mai 2025 finden in Albanien Parlamentswahlen statt – die ersten seit der offiziellen Aufnahme der EU-Beitrittsverhandlungen. Während einige bedeutende Neuerungen diese Wahl prägen, bleiben die grundlegenden systemischen Faktoren unverändert. Die Sozialistische Partei (SP), die seit 2013 an der Macht ist, scheint auf dem Weg zu einem vierten Mandat zu sein. Von Alba Cela Mehr | Englisch

Statement

WB6SG verurteilt die verschärften Repressionen gegen die Zivilgesellschaft durch die serbischen Behörden
Die Staatsanwaltschaft in Serbien hat unter dem Vorwand der „Überprüfung von USAID-Geldern“ Razzien bei vier der führenden pro-demokratischen NGOs des Landes durchgeführt, befördert durch das neue geopolitische Umfeld. Ein Statement der Western Balkans Strategy Group auf Englisch. Mehr

Foto: Eine Demonstration in Jerewan, 2018
Analyse

Systemischer demokratischer Wandel? Armeniens Errungenschaften und Defizite seit der „Samtenen“ Revolution
Das heutige Armenien ist ein ganz anderes Land als das, in dem hunderttausende Menschen 2018 auf die Straße gingen und durch einen friedlichen zivilen Ungehorsam die autoritäre Machtelite zum Fall brachten. Heute lassen sich zwei völlig gegensätzliche Erzählungen über die Bilanz der „samtenen“ Revolution herausfiltern. Von Mikael Zolian Mehr
Mehr über die aktuelle Lage in Armenien in einem ORF-Beitrag.

Foto: Polizeieinsatz gegen Demonstranten in Tbilisi
Kommentar

Migrationsabkommen mit Georgien: Deutschland muss genau hingucken
Georgien ist seit 2023 als sicheres Herkunftsland eingestuft. Das politische Klima in Georgien ist derzeit allerdings durch die repressive Regierungspolitik extrem angespannt. Sollten die Repressionen weiter zunehmen, muss der Status Georgiens als sicheres Herkunftsland überdacht werden. Von Dr. Sonja Katharina Schiffers und Kirsten Krampe Mehr

Kommentar

Alexej Nawalny: Sein Platz ist leer geblieben
Kurz vor dem dritten Jahrestags des russischen Überfalls auf die Ukraine jährte sich der Mord an dem Putin-Gegner Alexej Nawalny. Angesichts drohender Deals der Imperialisten Putin und Trump ist sein Aufruf „Gebt nicht auf!“ für die Unterstützer*innen von Freiheit und Demokratie in vielen Ländern aktuell. Von Stefan Melle  Mehr

 
 
Podcast
Foto: Baustelle mit Stahlarmierungen und Füßen von Arbeiterinnen auf Schotter. Text: „Germany Calling – wie Migrant*innen die deutsche Wirtschaft am Laufen halten“. Unten: „böll.fokus“.
böll.fokus

Germany Calling – wie Migrant*Innen die deutsche Wirtschaft am Laufen halten
Ohne Menschen aus dem Ausland, die eine Vielzahl von Aufgaben übernehmen, würde die deutsche Wirtschaft lahm liegen. Doch unter welchen Bedingungen arbeiten diese Erwerbsmigrant*Innen? Und wie wirkt sich Migration in den Herkunftsländern aus? Zum Podcast

 
 
Video
Foto: Bild mit dem Veranstaltungstitel
Lunchdebatte

Germany Calling – How Emigration is Changing the Western Balkans
In der öffentlichen Debatte über die Migrationspolitik in Deutschland wird oft eine entscheidende Tatsache vernachlässigt: Deutschland ist seit langem auf Arbeitsmigration angewiesen. Eine weitere übersehene Dimension betrifft jedoch die Folgen der Auswanderung für die Herkunftsländer. Zum Mitschnitt (Englisch)

Illustration: Buchcover „Wohin treibt Russland?“ von Jens Siegert in Blau, Rot und Weiß. Links Text „Buchvorstellung“. Logo der Heinrich-Böll-Stiftung.
Buchvorstellung & Diskussion

Wohin treibt Russland?
Seit 25 Jahren herrscht Putin in Russland, wo die Auseinandersetzung mit dem Westen zu einer Systemauseinandersetzung zwischen einer illiberal-autokratischen Ideologie und liberal-demokratischen Grundsätzen geworden ist. Wird auch nach Putin alles beim Alten bleiben? Wie muss man mit dem großen Nachbarn im Osten in der Zukunft umgehen? Jens Siegert sucht in seinem Buch „Wohin treibt Russland?“ nach Antworten darauf. Zum Mitschnitt

 
 
Lesetipp
Foto: Ausstellung über Wasyl Stus im Pilecki-Institut
Literaturkritik

„Ansichten eines Humanisten“ – Wasyl Stus schreibt über das Werk Heinrich Bölls
Neben seinem literarischen Schaffen betätigte sich der ukrainische Dichter und Freiheitskämpfer Wasyl Stus auch als Literaturkritiker. So führte er mitteleuropäische Autor*innen und ihre Werke durch Kritiken in den ukrainischen Sprachraum ein, darunter Heinrich Böll. Mehr

 

boell.de

 

Abbildungen: Im Fokus: Johannes Voswinkel, CC BY-NC-ND 4.0; Screenshot, Aus der Region: Kliukakh Tsikhan, alle Rechte vorbehalten; frimufilms, CC BY-NC-SA 2.0; Biayna Mahari, alle Rechte vorbehalten. Podcast: d c /Unsplash, Public Domain. Bearbeitung: hbs Video: Foto: Ilir Tsuoko, Thumbnail hbs, alle Rechte vorbehalten; hbs Bildschirmaufnahme, Lesetipp: Grzegorz Karkoszka/Pilecki-Institut Berlin, alle Rechte vorbehalten.

Absenderin: Heinrich-Böll-Stiftung, Die grüne politische Stiftung, info@boell.de
Redaktion: Irina Ghulinyan-Gerz, V.i.S.d.P.: Annette Maennel

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